Artenschutz.

Hoodia gordonii zählt zu den streng geschützten Pflanzen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Dies bedeutet schon an sich, dass die Wildbestände dieser Pflanze eher rar gesäht sind und die Nachfrage keinesfalls hierüber gedeckt werden kann (und auch nicht sollte). Zumindest nicht aus legaler Ernte. Es werden daher immer mehr Produkte hergestellt, die illegal geernteten Hoodia enthalten. Man sollte, wenn man schon nicht auf die Pflanze verzichten will, auf jeden Fall bei seinem Händler nach den amtlichen Einfuhrpapieren nachfragen. Dies ist bei Kauf im Internet nicht möglich. Letztlich macht man sich als Verbraucher/Käufer sogar strafbar, wenn man illegal geernteten Hoodia kauft. Man kann sich hier auch nicht mit Unwissenheit herausreden. Jeder Bürger hat die Pflicht, sich über die Produkte zu informieren, die er kauft. Gerade wenn es um so vermeintliche Wundermittel und exotische Pflanzen geht.

Hoodia wird noch nicht im kommerziellen Stil auf Plantagen angebaut, zumindest nicht der größte Anteil. Die meisten Pflanzen stammen aus Wildbeständen (ca. 80 %). Um die Pflanze in ihrer Population zu schützen, sollte man also entweder genauestens nachvollziehen können, woher das Produkt stammt, das man kauft oder es im Zweifel besser sein lassen und auf andere Methoden zur Gewichtsreduktion zurückgreifen: Mate-Tee soll z.B. ebenfalls den Appetit und das Hungergefühl zügeln, wird im Gegensatz zu Hoodia jedoch kommerziell angebaut und die Pflanze, von der er gewonnen wird, ist nicht bedroht.

Ein weiterer Aspekt beim Kauf von solchen Wunderpflanzen, ist die Biopiraterie. Pharmakonzerne verdienen Millionen mit der Vermarktung von Produkten, deren Wirksamkeit von der Urbevölkerung eines Landes entdeckt und seit Jahrhunderten genutzt wurde. Die Urbevölkerung sieht von den Millionengewinnen jedoch nicht einen Cent, obwohl sie durch die Übererntung der Wildbestände direkt betroffen sind und ihre traditionellen Riten und Gewohnheiten nicht mehr pflegen können, sollte die Pflanze aussterben. Auch das Wissen, das die Urbevölkerung über ihre Heilpflanzen hat, wird von der Pharmaindustrie wissentlich übergangen und mit keinerlei Vergütung bedacht.

Man sollte sich auch im Sinne der Fairness und des Umweltschutzes ernsthaft überlegen, ob man Produkte mit Hoodia wirklich unbedingt benötigt oder es nicht bessere, weniger bedenkliche Alternativen dazu gibt.

 

Startseite
Diäthinweise
Geschichte
Wirkung
Artenschutz
Biologie
Fälschungen
Blog